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Kassenabschlag: Geplante Erhöhung konterkariert notwendige Stärkung der Vor-Ort-Apotheken

Hannover, 17. April 2026

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Cathrin Burs, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, erklärt:

„Die im Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) geplante Erhöhung des Apothekenabschlags von 1,77 Euro auf 2,07 Euro bedeutet für die Apotheken eine weitere Kürzung ihres Honorars. Das würde die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe zusätzlich verschärfen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Proteste, mit denen die Apothekerschaft bundesweit auf ihre wirtschaftliche Situation aufmerksam gemacht hat, ist es umso weniger nachvollziehbar, dass mit der geplanten Erhöhung des Apothekenabschlags nun eine zusätzliche Belastung vorgesehen ist. So kann eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken nicht gelingen. Und eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung braucht starke Apotheken. Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, die geplante Maßnahme im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu überprüfen und zu streichen.

Die Apotheken sind verlässliche Partner in der Gesundheitsversorgung und erfüllen fachlich kompetent und engagiert ihren gesetzlichen Auftrag. Diese Verlässlichkeit erwarten wir auch von der Politik. Wir sehen, dass auf politischer Ebene zuletzt wichtige Signale für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesetzt wurden. Den Aussagen müssen nun aber auch Taten folgen. Der Weg der Honorarverbesserung und Kompetenzstärkung muss konsequent gegangen werden. Der Kassenabschlag darf in dieser Form nicht kommen und die zugesagte Erhöhung des Apothekenhonorars muss unverzüglich umgesetzt werden. Sie ist notwendig, um die Apotheken vor Ort zu stärken, die Mitarbeitenden angemessen zu vergüten und eine sichere, qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten dauerhaft zu gewährleisten.“

Seit dem Jahr 2009 schlossen in Niedersachsen 493 Apotheken. Das ist ein Rückgang der Apothekenzahl von mehr als 23 Prozent und der niedrigste Stand seit 47 Jahren (Stand: 31.03.2026).

Die Apothekerkammer Niedersachsen vertritt mehr als 8.500 Apothekerinnen und Apotheker. Sie sorgen täglich dafür, dass Patientinnen und Patienten ihre Medikamente sicher anwenden können. Denn: Ohne fachliche Prüfung und Einordnung können gerade bei mehreren Arzneimitteln, bei Selbstmedikation oder chronischen Erkrankungen vermeidbare Risiken entstehen.

Apothekerinnen und Apotheker sind unabhängige Heilberufler mit universitärer Ausbildung und staatlicher Zulassung. Sie behalten den Überblick über alle Medikamente, erkennen mögliche Wechselwirkungen und erklären verständlich, worauf im Alltag zu achten ist. So tragen sie entscheidend dazu bei, dass Arzneimitteltherapien sicher und wirksam bleiben.

Die Apotheke ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Medikamente. Hier wird zusammengeführt, was Patientinnen und Patienten von verschiedenen Ärztinnen und Ärzten oder aus der Selbstmedikation erhalten. Risiken werden frühzeitig erkannt und verständlich erklärt – damit pharmazeutische Behandlungen im Alltag sicher umgesetzt werden können.

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